Einleitung - Fast genau ein Jahr nach Vorstellung der R600 Familie stellt AMD seine neue HD4000 Generation vor. Eigentlich war bis zum Launch nicht klar, ob 480 oder 800 Streamprozessoren im RV770 arbeiten, wie viel TMUs vorhanden sind oder wie die Karten nun wirklich Takten.
Bekannt war meist nur das Design der Karten. Das das PCB der HD38x0 auch für die HD48x0 Karten genutzt wird, genauso wie die verbauten Kühler. Die HD4850 setzt sogar wieder auf denselben Kühler wie die HD3850, aber dazu später mehr.
Mit der von AMD vorgezogenen Aufhebung des NDAs für Benchmarks sind auch weitere Details über die Karte ans Licht gekommen. Hier die Unterschiede zwischen HD3850 (RV670) und HD4850 (RV770) in Tabellenform.
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HD3850
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HD4850
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Kerntakt
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669 MHz
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650 MHz
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V-RAM Takt
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825 MHz
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1.000 MHz
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Streamprozessoren
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320
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800
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TMU´s
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16
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40
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RAM Anbindung
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256 Bit
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256 Bit
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Das größte Problem der HD3000 Karten in Sachen Leistung war die schlechte Texturfüllrate. AMD erhöhte die dafür wichtigen TMUs von 16 auf 40 Einheiten. Dazu wurde die Shaderanzahl von 320 auf 800 mehr als verdoppelt. So erreicht die HD4850 bereits eine theoretische Rechenleitung von über 1 TFLOP/s. In wie weit sich diese Änderungen später auf die Leistung auswirken, wird sich zeigen.
Design – Bevor es zu den Benchmarks geht, einige Worte zur Karte selber. Wer die HD3850 kennt, kennt auch die HD4850. Das PCB und der Kühlkörper sind identisch. Die einzige größere Änderung ist unseren Informationen nach der verbaute Chip und der Lüfterdurchmesser.


Für all die, die auch die HD3850 nicht kennen, hier ein paar Worte und Bilder. Die HD4850 ist ca. 23cm lang, hat eine normale Höhe und hat einen 6Pin Stromanschluss um die 110W Stromverbrauch und eventuelles OC zu ermöglichen.
Fast die Gesamte Karte ist vom roten Single-Slot Kühler mit einem 48mm Lüfter, sowie Kupferkühlrippen, verdeckt. Unsere Version von Powercolor wird zudem mit einem aufwendig gestalteten Aufkleber ausgeliefert. Ob das Motiv jedem gefällt, sei einmal dahingestellt. Hinter dem Lüfter befindet sich noch ein weiterer Teile des Kühlers, welcher die Spannungswandler auf Temperatur halten soll. Womit wir beim nächsten Thema wären…

Temperaturen und Stromverbrauch und Lautstärke – Da mit den uns vorliegenden Treibern noch nicht alle Stromsparfunktionen funktionierten, belassen wir es bei einem Test des Stromverbrauchs unter 3D Last. Die Messwerte geben den Verbrauch des gesamten Testsystems (siehe unten) an.
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Karte
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HD3870
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HD4850
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HD4850 CF
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Stromverbrauch
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283W
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269W
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366W
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Laut Verpackung wird für eine Grafikkarte bereits ein 450W Netzteil benötigt. Zu sehen ist, dass selbst der Betrieb mit 2 Grafikkarten im Crossfire-Verbund keine 400W unter voller 3D-Last benötigt. Natürlich kann der Verbrauch bei entsprechender Peripherie stark schwanken. In Verbindung mit einem übertakteten Quadcore ist ein hochwertiges 450-500W Netzteil nicht verkehrt.
Die ca. 100W je Grafikkarte wollen auch abgeführt werden. Die Single-Slot Lösung seitens AMD ist recht knapp bemessen und heißt das System teils stark auf. Das PC-Gehäuse wurde an wenigen Stellen ca. 55°C warm, der Warnaufkleber auf dem Kupfer-Kühlblock hat ebenfalls seine Berechtigung. Durch die momentan hohen Außentemperaturen (ca. 32°C) kann aber gesagt werden, dass der Kühler selbst im Hochsommer die Karte vor einem Hitzeschaden und/oder Absturz bewahrt.
Der Single-Slot Kühler arbeitet dabei fast lautlos. Im 2D betrieb ist subjektiv nicht zu hören, im 3D Betrieb ein leichtes aber nicht störendes Rauschen. Der Kühler lässt sich leider noch nicht über RivaTuner ansteuern. Beim PC-Start demonstriert der kleine Kühler aber eindrucksvoll was alles in ihm steckt
Benchmarks
Bevor wir nun endlich zu den Benches kommen, hier das verwendete Testsystem.
- GIGABYTE GA-MA790FX-DS5
- AMD Athlon™ 64 X2 5000+ BE [@3.2 GHz]
- 4x 1 GB DDR2 800 RAM (4-4-4-12)
- X-Fi Xtreme Music
- 1x400 GiB & 1x 640 GiB S-ATA II HDD (Samsung)
- 2x DVD-ROM (Samsung)
- Be Quiet! Dark Power Pro 430W Netzteil
- Powercolor HD4850 / Sapphire HD3870

3DMark 06 machte schnell deutlich, was in den nächsten Test folgen wird. Egal ob 1280x1024 oder 1680x1050, ohne AA/AF oder mit 4xAA/4xAF – Der 3.2GHz Dualcore limitiert immer, nur eben unterschiedlich stark. Ein CrossfireX System lies sich recht selten auslasten. Bei 1680x1050 und 8xAA/8xAF waren die Karten bei den SM3.0 (HDR) Tests meistens frei von CPU Limitierung und konnten zeigen was sie wirklich können.

(HD3850 und weitere HD3870 Benchmarks folgen)
In 3DMark 06 kann sich die HD4850 immer vor der HD3870 positionieren. Durch das CPU Limit kann sich die HD4850 aber erst in höheren Qualitäten absetzen, dort aber meist deutlich.
Die CrossfireX Skalierung ist natürlich ebenfalls abhängig von den Qualitätseinstellungen. (Siehe "Crossfire Besonderheiten")
3DMark Vantage – Um erst einmal bei den Synthetischen Benchmarks zu bleiben, hier die Ergebnisse des neusten Produkts aus dem Hause Futuremark. 3DMark Vantage gibt einen groben Überblick über die Dx10 Performance und ist nicht mehr so stark CPU limitiert wie sein Vorgänger aus dem Jahr 2006.

Der starke Leistungseinbruch bei 1680x1050 mit 8xAA/8xAF ist einfach zu erklären. Den Karten ging schlichtweg der V-RAM aus. Auch hier ist die HD4850 der HD3870 durchweg überlegen und Crossfire skaliert gut. (Siehe "Crossfire Besonderheiten")
Doch wie sieht es mit Spielen aus. Kann sich auch hier die HD4850 so einfach absetzen? Als erstes darf sich die HD4850 in „World in Conflict“ beweisen.
WiC – Da World in Conflict durch die vielen Physik-Effekte noch stärker CPU limitiert ist als 3DMark 06, wurden die Physik Einstellung jeweils aus „Low“ gesetzt. So sieht man etwas besser was die HD4850 zu leisten im Stande ist. Und das was man sieht entspricht wohl dem, was man auch in anderen Games erwarten darf. Die HD4850 positioniert sich meist 10 bis 30% vor der HD3870 und reiht sich so mit ca. 150 Euro gut in das Preis/Leistungs Schema von AMD ein.
WiC Benchmarks folgen!
Assassins Creed – Das Spiel gehört wohl bis jetzt zu einem der Highlights des Jahres 2008. Technisch kann Assassins Creed vor allem mit Dx10.1 Support (nur Verkaufsversion) glänzen. Die Benchmarks wurden mit der ungepatchten Version erstellt, um die Vorteile von Dx10.1 zeigen zu können.
Gerade mit aktivierter Kantenglättung kann sich das HD4850 CF gespann von der HD4850 absetzen. Da das Spiel mit maximalen Einstellungen bereits flüssig läuft, haben wir uns gegen Benches ohne AA oder in kleineren Auflösungen entschieden. Flüssig bleibt flüssig
Hier noch die Assassins Creed Benchmark Strecke:

YouTube
DMC4 – Der integrierte Benchmark von „Devil May Cry 4“ ist neben Assassins Creed unser 2. Neuzugang. Getestet wurde mit einer Auflösung 1280x1024 sowie 8xAA und allen Einstellungen auf „Very High“. Das Crossfire Duo kam jeweils nur für Sekundenbruchteile unter 100FPS. Die Skalierung von Devil May Cry 4 in Sachen MultiGPU ist sehr gut. Zum Vergleich wurde Szene 2 genutzt.
Crysis – Als bis jetzt grafisch anspruchsvollstes Spiel darf Crysis natürlich nicht fehlen. Die Tests mit den Qualitätseinstellungen „High“ wurden in Dx9 durchgeführt, die Tests mit dem Mod (ähnlich V-High) ebenfalls. Dx10 Benches folgen noch. Genutzt wurde version 1.21.
Crysis skaliert mäßig gut mit Crossfire. Aber selbst mit dem Dualcore ist Crysis in 1680x1050 mit 4xAA und dem Mod problemlos spielbar. Wieder einmal ein Beweis, dass HighEnd Rechner keine 4000 Euro kosten müssen, wie es die Konsolenspiele Entwickler gerne mal behaupten.
Crysis 1280x1024:

Crysis 1680x1050:

Crossfire Besonderheiten – Ob SLi oder Crossfire, anfangs gab es bei beiden viele Kinderkrankheiten. Die Einrichtung war nicht einfach und der Leistungsgewinn recht klein. Und wie sieht es heute aus?
Die Einrichtung von Crossfire ist mittlerweile denkbar einfach. Zwei oder mehr Karten einbauen, Crossfirebrücken anstecken, PC Starten, Treiber CD einlegen, Treiber installieren, neustarten und Spielen.
Ebenfalls sehr Praktisch. Mit dem neuen Catalyst kann Crossfire jetzt ohne Neustart aktiviert und deaktiviert werden. Die Skalierung in Spielen ist mittlerweile auch gut. Benchmarks skallieren aber weiterhin besser. Gut zu sehen die bessere Skallierung in höheren Detaileinstellungen, sprich weniger CPU Limit.
Und was ist mit Mikrorucklern?
Beim Testen fiel vor allem eins auf – Nichts. Egal ob Crysis, AC oder 3D Mark. Mikroruckler waren nicht zu erkennen. Da es teilweise schon recht spät war, konnte ein Test mit FRAPS nicht schaden.
Gut zu erkennen, Crossfire hat nur minimal größere Schwankungen als ein Single GPU System. Hier scheint die Treiberabteilung bei AMD/ATi gute Arbeit geleistet zu haben. Bleibt zu hoffen, dass die HD4870 X2 ähnlich gute Ergebnisse zeigt.
Preise und Verfügbarkeit – Die HD4850 ist momentan ab ca. 150 Euro zu erstehen und auch verfügbar. Wie es mit der Verfügbarkeit in den nächsten Wochen aussieht wird sich zeigen. Probleme sind nicht zu erwarten, da das PCB und der Kühler durch die HD3850 bereits in großen Stückzahlen verfügbar sein sollten und mit der Produktion von RV770 Chips wohl bereits im Frühjahr begonnen wurde.
Fazit – Die HD4850 hinterlässt einen geteilten Eindruck. Auf der einen Seite steht die große Wärmeentwicklung und teilweise recht wenig Mehrleistung gegenüber der HD3870. Auf der anderen Seite die Lautstärke, Leistung bei (sehr) hohen Qualitätseinstellungen und vor allem der Preis. Besitzer einer HD3850/9600GT oder schlechter sollten bei Aufrüstungsplänen ein Auge auf die HD4850 werfen. Wer bereits eine HD3870/8800GT besitzt, sollte lieber auf erste Ergebnisse der HD4870 warten. Ein schneller Dual- oder besser Quadcore sollte aber auf keinen Fall fehlen.
Abschließend noch einen Dank an powerpointonline.de für die Bereitstellung der beiden Powercolor HD4850 Karten.
Meinung vom Tester:
Für eine neue Grafikkartengenration liefen die Tests überraschen problemlos. Mit einem Quadcore wären sicherlich bessere Ergebnisse drin gewesen, aber das werde ich wie bereits gesagt bei Zeiten nachholen

Allen den der Test gefallen hat, können sich bald über einen HD4870 Test freuen. Der Rest darf Kritik ausüben und sich dann freuen