Auswertung:
Bildet man nun den Schnitt der jeweils erreichten Plätze für einen PC und mittelt diesen Schnitt wiederum, so kommt man zu einer Gesamtplatzierung.
Anmerken will ich noch, dass es sich hierbei nicht um Noten handelt, sondern um die gemittelten Platzierungen.
Der Sieg gebührt hier zweifelsohne dem Cougar Power 400.
Lautstärke:
Wegen mangelnder Messtechnik bezüglich der Lautstärke muss hier mein subjektives Empfinden genügen. Zum Vergleich hab ich nun jedes Netzteil mit Papierunterlage auf das PC-Gehäuse gelegt und aus ca. gleicher Entfernung dem Lüfter gelauscht. Sehr interessant finde ich den Umstand, dass sich die Netzteile bis auf eine Ausnahme nach ihrer Nennleistung einordnen: Während der Lüfter des TX750W vergleichsweise rauscht, ist die Geräuschentwicklung beim VX550W angenehmer. Leider klackert/rattert der Lüfter etwas, was die ansonsten geringere Luatstärke fast wieder egalisiert. Angenehm leise hingegen gestaltet sich der Lüfter des VX450W, auch wenn er noch wahrnehmbar ist. Quasi unhörbar hingegen emfinde ich die Lüfter der anderen beiden Netzteile. Um dennoch eine eindeutige Aussage treffen zu können, mussten mein Ohr und der jeweilige Lüfter näher zusammenkommen. Der Lüfter des Cougar Power 400 hat mich letztendlich überzeugt, weil er einfach die angenehmste Geräuschcharakteristik aufweist, und beim näheren Horchen nicht brummt, wie das Seasonic.
Kritik:
Eine hohe Effizienz, sehr gute Technik (so denn man den Daten Glauben schenken darf, wogegen nichts mir bekanntes spricht) und ein leiser Lüfter. Zum kritisieren bleiben eigentlich nur Kleinigkeiten wie das Zubehör, und die Anschlüsse.
Pro:
* Effizenz
* Lautstärke
* Farbgestaltung
* Technische Details
Contra:
* wenige Anschlüsse
* 20+4-Pin-Stecker
Beim Zubehör ist alles nötige dabei, mehr aber auch nicht. Gewünscht hätte ich mir statt dem zweiten Klettband Kabelbinder, aber hier sind die Geschmäcker auch unterschiedlich und auch Kleinkram herhöht den Preis. Da die Beigaben für mich soundso unnötig sind und nichts fehlt, ist dieser Punkt im Grunde zu vernachlässigen.
Bleiben also nur noch die Anschlüße. Hier habe ich mich doch etwas über den 20+4-Pin ATX-Stecker geärgert, da der 4-Pin-Stecker nicht wirklich an dem 20-Pin-Stecker halten wollte, was das Einstecken etwas erschwert.
Negativ aufgefallen sind mir die Anschlüße selbst: Es gibt nur 4 SATA-Stecker, dafür aber zu viele PATA-Stecker und ein Disketten-Stromanschluß. Ebenso fehlt mir ein zweiter PCIe-Stromstecker.
Adapter setze ich ungern ein, aber was muss, dass muss.
In einer neuen Version fällt der Floppyanschluss weg und ein zweiter PCIe-Stecker kommt dazu. Allerdings findet die neue Version mit den überarbeiteten Steckern ca. Ende August in den Handel.
Wie gesagt, finde ich es schade, dass – trotz genügend Leistung – kein zweiter Stromstecker für eine Grafikkarte wie zum Beispiel 9800GTX, HD4870 o.ä vorhanden ist, auch wenn das Netzteil dafür bei weitem ausreicht.
Aber Cougar ist - wie schon gesagt- sich dessen bewusst und ein zweiter PCIe-Stecker wird noch kommen.
Ebenso unangenehm finde ich die Aufteilung der SATA-Anschlüße, so dass die Kabelverlegung beim Test etwas umständlicher sein kann, je nach Gehäuse und Laufwerksanordnung.
Da gefällt mir das S12II 330 besser, ebenso das VX450W.
Fazit:
Von den Leistungen der Netzteile muss man dem Cougar Power 400 den Testsieg neidlos zusprechen, vor allem da mich die Lautstärke positiv überascht hat.
Effizienz, Lautstärke und die erfrischende Farbgebung sprechen eine eindeutige Sprache, so dass ich dieses Netzteil trotz kleinerer Kritikpunkte – welche das gute Bild etwas trüben – vollends empfehlen kann.
Wurden also die Erwartungen erfüllt? Jein, denn: Zwar überzeugt mich der technische Part vollends, aber das fassbarste – eben die Anschlüsse – ist noch etwas unausgereift.
Dennoch: Mit dem Kauf dieses Netzteils bekommt man gute Technik mit geringer Lautstärke zu einem guten Preis und kann mit dem Kauf fast nichts falsch machen. Mich hat Cougar jedenfalls überzeugt.
Am Herzen liegt mir nur noch eins: Auch wenn man das beste Netzteil mit dem höchsten Wirkungsgrad kauft, hilft es nichts, wenn es maßlos überdimensioniert ist und somit einen dort schlechten Wirkungsgrad hat. Je nach System sollte man zuerst den ungefähr benötigten Leistungsbedarf abschätzen und das Netzteil weder unter- noch überdimensionieren. Zum einen lebt es länger, und zum anderen verschwendet man nicht unnötig Geld und Strom.
Und auch bei Netzteilen gibt es einen Unterschied zwischen günstig und billig, so dass man hier nicht zu sehr sparen sollte...
Den vorigen Absatz auf meine PCs gemünzt: Der Office-Rechner braucht weit weniger als 150W, daher würde ein 200W-Netzteil leicht ausreichen und das TX750W wäre absolut tödlich für den Wirkungsgrad (und den Geldbeutel). Also ist alles über dem S12II 330 übertrieben. Selbst meine beiden anderen PCs kann es betreiben, auch wenn da größer dimensionierte Netzteilen von Vorteil wären in Bezug auf Lebensdauer und Auslastung. Toll finde ich es zu sehen, wie ein Zweikerner mit durchaus noch potenter Grafikkarte eigentlich relativ wenig elektrische Leistung aufnimmt und die Netzteile jenseits der 550W nur für wirklich starke Maschinen gebraucht werden. Aber wenn diese starken Netzteile eingesetzt werden können, braucht man mit einem S12II 330 gar nicht ankommen...
Langzeittest:
Wie angekündigt, teste ich gerade das Verhalten des GA-MA78G-DS3H Rev. 1.1 bei einem Netzteil mit vergleichsweise niedriger 3,3/5V-Combined-Leistung.
Der Hintergrund ist folgender: Bei einem Freund und bei manchen anderen Nutzern dieses Boards als Office-PC soll es manchnal beim XP-Ladebalken hängen und nicht weiter hochfahren. Zur Lösung des Problems muss ein Netzteil mit mehr Leistung auf der 3,3/5V-Schiene als die schon übertriebenen 300W-Netzteile angeschlossen werden. Dieses Verhalten ist zum einen sonderbar und vor allem ärgerlich, wenn man so ein (bei der Auslastung) ineffizientes Netzteil mit >400W anschließen muss.
Der PC (5000+/780G) wird täglich genutzt, aber noch ist er mit dem S12II 330 einwandfrei gestartet. Da der Test allerdings länger geht, schreibe ich es hier bei einer Veränderung, bzw. Problemen.
This post has been edited 1 times, last edit by "Kreisverkehr" (Jul 14th 2009, 6:50pm)